29. Dezember 2015

Retrospektive - meine liebsten Alben 2015

Ihr Lieben,

schon wieder ist ein Jahr rum. Ein Jahr mit Höhen und Tiefen für mich, mit einem schönen Frühling, einem mittelprächtigen Sommer, einem goldenen Herbst und vielen Songs, die ich auf ewig mit 2015 verbinden werde. Aus diesem Grund stelle ich euch heute ein Paar meiner liebsten Alben und EPs des Jahres vor. 



AnnenMayKantereit - Wird schon irgendwie gehen EP (Vertigo)

Die in der zweiten Jahreshälfte wohl meist-gehypte deutsche Band - völlig zurecht, wie ich finde.
Die Musik klingt schlicht handgemacht, die deutschen Texte bewegen durch Emotionalität, ohne plakativ oder schier platt zu wirken. Auf Reime à la Herz und Schmerz wartet man bei AnnenMayKantereit vergebens.
Stattdessen wird in »Oft gefragt« Rio Reiser zitiert: »Hab keine Heimat, ich hab nur dich. Du bist zuhause für immer und mich«.
Die Songs sind schlicht, kitschfrei und ehrlich. Vor allem die einzigartige Stimme des Sängers Henning May verleiht den Songs eine raue Attitüde und lässt die Musik so klingen wie sie ist: ehrlich handgemacht.
Schade, dass die EP nur 5 Songs umfasst. Ich freue mich schon sehr auf das 2016 erscheinende Album.
zur EP 



Gold Roger - Räuberleiter (Melting Pot Music)

Eher zufällig hörte ich im Sommer das erste Mal Gold Roger auf seiner gemeinsamen Tour mit Veedel Kaztro. Auch wenn der Markt derzeit überschwemmt wird von deutschen Rap-Alben und Newcomern, hat es Räuberleiter verdient genauer gehört zu werden. In 15 Tracks und rund 40 Minuten erzählt uns Gold Roger kleine Geschichten und lädt durch den stimmigen Sound zum zurücklehnen und zuhören ein. Neben politischen Tracks wie »Yunus (neidische Nazis« oder »Redenreden« finden auch kritische Kommentare zu Rapperkollegen platz, ohne jedoch den typischen Diss-Rap-Charakter zu erlangen: »Erzähl aus deinem Leben, was bewegt und was quält dich? Red es dir straight von der Seele, aber Maske ab, Mann, die steht dir eh nicht.«. Besonders gelungen sind die Autobiografischen Texte wie »Opa Peter bis Unendlich«, »Özge«, »Gürhan« oder die Skategschichte in »Blätter im Herbst«. So vielfätig die Themen der Lyrics sind, so vielseitig ist »Räuberleiter« auch musikalisch: Oldschool, Jazz oder balladenhafte Piano-Riffs, in Gold Rogers überzeugendem Debüt ist für jeden etwas dabei - »Go go Powerranger«
zum Album



Ibeyi - Ibeyi (XL Music)

Ein wirklich außergewöhnliches Album der beiden Schwestern Naomi und Lisa-Kaindé Díaz.
Die Töchter des Percussionisten Miguel Anga Díaz, der auch beim Buena Vista Social Club den Rhythmus vorgab, mischen in ihrem Debüt »Ibeyi« kubanische Rhythmen, westafrikanische Gesänge und moderne Sounds aus ihrer Wahlheimat Paris. Heraus kommt ein einzigartiger Hybrid, den man als Elektro-Pop-World-Music bezeichnen könnte - »Ibeyi« ist nicht genug Weltmusik um in Esoterik-Läden zu laufen und nicht Pop genug um in die regulären (deutschen) Radio Airplays zu gelangen, denn jede noch so poppige Ballade enthält etwas ungewöhnliche »Weltmusik« und umgekehrt.
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Elias - Warcry EP (Warner) 

Große Stimme & minimalistischer Elektro-Soul Sound - so lässt sich Elias gut beschreiben. Der gerade einmal 18-jährige gehört wohl zu einem der größten Schweden-Exporte des Jahres. Im September spielte Elias im Spotify Trendsetter Club auf dem Reeperbahnfestival und schon nächstes Jahr spielt er im Berghain und auf dem Haldern-Pop. Mit seinem Sound, der sich irgendwo zwischen analog und digital, Soul und Elektro bewegt und einer starken Stimme mit großen Tonumfang trifft Elias den Zahn der Zeit und lässt wahrscheinlich fast jedes Hipster-Herz höher schlagen.
zur EP





Welche Künstler, Alben und Songs haben euch 2015 begleitet? Was waren eure Favoriten? Ich habe euch weitere Songs in meiner Spotify-Playlist Best of 2015 zusammengestellt. Hier findet ihr übrigens meine Favoriten aus dem letzten Jahr.

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